Die Wahlpflichtfächer – typisch Realschule

Die Wahlpflichtfächer

Französisch
Gesundheit und Soziales (GuS)
Technik und Naturwissenschaft (TuN)
Wirtschaft und Verwaltung (WuV)

bilden das Herzstück der Realschule und werden ab Klassenstufe sechs angeboten.


Je nach Begabung, Neigung und Interesse wählen die Schülerinnen und Schüler eines dieser Wahlpflichtfächer. Diese Wahl ist dann verbindlich bis einschließlich Klassenstufe acht.  
Die Wahlpflichtfächer werden auch als viertes Hauptfach bezeichnet.
Mit der Note im gewählten Wahlpflichtfach können sowohl die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch als auch die Sachfächer ausgeglichen werden.
Umgekehrt kann das Wahlpflichtfach mit jeder Zeugnisnote ausgeglichen werden.

Französisch

Für Schülerinnen und Schüler, deren Begabungen im sprachlichen Bereich liegen, kann Französisch ab Klassenstufe sechs als zweite Fremdsprache gewählt werden. 

Sollte am Ende der Orientierungsstufe eine Empfehlung für den Besuch des Gymnasiums ausgesprochen werden, ist der Übergang sicherlich leichter, wenn bereits Französischkenntnisse vorhanden sind.

Wird Französisch durchgängig bis einschließlich Klassenstufe zehn belegt, muss bei einem Übertritt in die gymnasiale Oberstufe keine neue Fremdsprache erlernt werden.  

Ist dies nicht der Fall, so besteht die Möglichkeit in der gymnasialen Oberstufe mit einer zweiten Fremdsprache zu beginnen.    

 

WARUM FRANZÖSISCH WÄHLEN?

Ein globales Denken erfordert zunehmend Fremdsprachenkompetenz. Sprachkenntnisse erweitern den Horizont, schaffen Zugang zu anderen Kulturen und tragen zu Toleranz, Flexibilität und Offenheit bei. Französisch ist eine Weltsprache, wird in rund 50 Ländern von 200 Millionen Menschen gesprochen und ist darüber hinaus häufig gemeinsame Verständigungssprache. Zudem bedeutet die Nähe zum französischen Sprachgebiet in den Nachbarstaaten, dass soziale und wirtschaftliche Kontakte unseren Alltag prägen. Sprachliche Kenntnisse sind häufig eine Voraussetzung für bessere berufliche Chancen.

 

WARUM FRANZÖSISCH FÜR MEIN KIND?

Für das Erlernen der französischen Sprache sollte ihr Kind die Leistungsbereitschaft und Freude zum Erlernen einer zweiten Fremdsprache mitbringen. Dies gilt sowohl für das Erlernen der Vokabeln als auch für die Grammatik.

Schülerinnen und Schüler, die Französisch gewählt haben, können an Studienfahrten nach Paris und an dem jährlichen Schüleraustausch mit unserer französischen Partnerschule „Collège Privé Notre Dame“ in Pont-à-Mousson teilnehmen.  

(Faltblatt Wahlpflichtfach Französisch, Realschule plus, MBWWK, 2013)

Gesundheit und Soziales (GuS)

Im Wahlpflichtfach „Gesundheit und Soziales“ beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrem häuslichen, sozialen und gesellschaftlichen Umfeld. 

Jeder Mensch ist zeitlebens Teil einer sozialen Gemeinschaft; dies macht hauswirtschaftliches Handeln notwendig, welches physischen, personalen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Einflüssen unterliegt.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Kompetenzen, um

- einen eigenen Lebensstil zu entwickeln (gesundheitsförderlich/sozial verantwortlich/ bedürfnisgerecht),

- persönliche Ressourcen effektiv einzusetzen,

- Strategien zu entwickeln, Beruf und Leben in Einklang zu bringen („Work-Life-Balance“).

Die Jugendlichen werden in die Lage versetzt Verantwortung zu übernehmen für sich und andere in den Bereichen Haushaltsmanagement, Gesundheit, Ernährung, Wohnen, erzieherisches Handeln, Konfliktmanagement, Freizeit, Umwelt und Gesellschaft.

Das Wahlpflichtfach Hauswirtschaft und Sozialwesen fördert und pflegt insbesondere soziales Interesse und Engagement. Über den allgemein bildenden Auftrag hinaus bietet das Fach die Chance, Interesse für Dienstleistungsberufe in den Bereichen Erziehung, Gesundheit, Hauswirtschaft und Sozialwesen zu fördern.

Einsatzfelder sind u. a. die professionelle, verantwortungsvolle Wirtschaftsführung in Einrichtungen für Kinder, Jugendliche, Senioren und Menschen mit Beeinträchtigung, Sozialstationen, Kranken-, Erholungs- und Rehabilitationseinrichtungen, Tagungsstätten, Hotels, Restaurants und Dienstleistungszentren. Professionelle Hauswirtschaft beinhaltet die Planung und die Organisation des gesamten hauswirtschaftlichen Bereiches und je nach Ausbildungsgrad die Mitarbeiterführung und Ausbildung von hauswirtschaftlichem Nachwuchs sowie Beratungstätigkeiten.

 ( Rahmenplan Wahlpflichtbereich Realschule plus Rheinland-Pfalz, MBWWK, 2011)

Technik und Naturwissenschaft (TuN)

Herstellen und erklären – erfinden und erforschen. Kreativität und Neugier – die Welt gestalten und die Welt erklären. Seit Urzeiten für den Menschen Faszination und Triebfeder zugleich.

Das Wahlpflichtfach „Technik und Naturwissenschaft“ bietet Mädchen und Jungen die Chance, ihre kognitiven und pragmatischen Begabungen zu entdecken und weiter zu entwickeln. Die intelligente Kombination von Kopf und Hand, Wissen und Können erschließt ihnen wichtige Berufs- und Zukunftschancen.

Die Kompetenz, analytische Fähigkeiten und systemisches Denken zur Lösung von Problemen und zur Erklärung von Phänomenen zu nutzen ist Ausgangspunkt und Initial an der modernen technischen Welt teilzuhaben. Die Schülerinnen und Schüler können erfahren: Wissen hat einen Nutzen. Wissen kann man nutzen. Diese Plausibilität hilft ihnen dabei, ihren Alltag und ihre Lebenswelt in einem technisch-naturwissenschaftlichen Sinne wahrzunehmen und nachhaltig zu gestalten.

Der Unterricht im Fach Technik und Naturwissenschaft

- schafft eine sachliche Orientierung in den Bereichen des Stoff-, Energie-, und Informationsumsatzes,

- führt ein in die fachspezifischen Methoden und Arbeitsformen wie z.B. Planung, Konstruktion, Analyse, 
  Fertigung, Experiment etc.

- vermittelt Kenntnisse über Strukturen, Funktionen und Wirkzusammenhänge in Systemen und Prozessen in
   Natur und Technik,

- fördert Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit vorhandenen Ressourcen, Umwelt und Technik,

- ist handlungsorientiert und fördert die Kreativität.

 

Energie, Ressourcen, Mobilität, Gesundheit, Kommunikation, Produktion, Ver- und Entsorgung usw. beinhalten eine Fülle technischer und naturwissenschaftlicher Fragestellungen, die es zu ergründen und zum Lernen zu nutzen gilt. Etwas zu erfinden, aus Bestehendem Neues zu machen, das funktioniert und nützlich ist – das ist Motivation pur, um das Entdeckte noch genauer erforschen zu wollen, um aus der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit einem Problem, einer Frage, einem Phänomen oder einer Aufgabenstellung ein bildendes Ereignis zu machen. Dieses erfolgt durch die Anwendung des Leitprinzips „Beobachten, Messen, Steuern, Regeln“ bei der Erkenntnisgewinnung sowie der praktischen Umsetzung und definiert damit „Technisch Handeln“.

In der Klassestufe 6 liegt der Schwerpunkt im Sich Erproben im Umgang mit Materialien und Handwerkszeugen, im Fertigen von einfachen funktionalen Gegenständen, im Beobachten, Beschreiben und Identifizieren einfacher technischer und naturwissenschaftlicher Funktions- und Sachzusammenhänge. Es werden Lernsituationen zum problem- und handlungsorientierten Lernen geschaffen – in der Werkstatt, im Labor und an außerschulischen Lernorten.

In den weiterführenden Klassenstufen können naturwissenschaftliche Fragestellungen eine stärkere Gewichtung erhalten und komplexere technische Problemstellungen sollen zunehmend selbstständig gelöst werden.

Technik und Naturwissenschaft bietet über die berufliche Orientierung hinaus eine fundierte Grundlage zum Erlernen von technisch oder naturwissenschaftlich geprägten Berufen. Es soll Motivationen schaffen, naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge anzustreben – gerade auch für Mädchen.

(Rahmenplan Wahlpflichtbereich Realschule plus Rheinland-Pfalz, MBWWK, 2011)

Wirtschaft und Verwaltung (WuV)

Unser Leben ist geprägt von ökonomischen Gegebenheiten. Im Privatleben, im Beruf und in der Gesellschaft müssen wir fortlaufend Entscheidungen treffen – mit oft weitreichenden Folgen für uns und andere. Nicht zuletzt die Einflüsse einer globalisierten Welt verlangen vom Einzelnen, sich immer wieder auf neue Herausforderungen einzustellen und angemessene Strategien zu entwickeln, um die berufliche Zukunft zu gestalten und die private Vorsorge den Erfordernissen anzupassen.

Das Fach hat den Auftrag, die Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, sich in ökonomisch geprägten Lebenssituationen zu orientieren und als Konsument, Arbeitnehmer, Unternehmer oder Wirtschaftsbürger bedürfnisgerecht und sozialverträglich zu handeln. Es muss die Jugendlichen in die Lage versetzen, wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Zusammenhänge zu erkennen und daraus Folgerungen für das eigene Handeln zu ziehen.

Eine Teilnahme am Fach Wirtschaft und Verwaltung erleichtert vielen Schulabgängern den Übergang in Berufe im kaufmännischen und im Verwaltungsbereich sowie die Fortsetzung der Schullaufbahn in wirtschaftskundlichen Bildungsgängen beispielsweise der Fachoberschule, der Berufsfachschule I oder des Wirtschaftsgymnasiums.

 (Rahmenplan Wahlpflichtbereich Realschule plus Rheinland-Pfalz, MBWWK, 2011)